Die «Wachstumsschwäche» ist in den letzten Jahren zu einem festen Begriff im politischen Repertoire geworden. Entsprechend mangelt es auch nicht an Therapievorschlägen. Trotz eingehender Beschäftigung mit der Materie besteht in der ökonomischen Debatte kaum Einigkeit über die Interpretation der Wachstumsindikatoren die entsprechenden wirtschaftspolitischen Folgerungen. Es haben sich diesbezüglich eigentliche «Schulen» gebildet. Wir haben für diese Tagung die namhaftesten Exponenten gewinnen können. Am Vormittag werden methodische Fragen der Wohlstandsmessung und Wohlstandsvergleichs diskutiert; am Nachmittag wird die Interpretation der Wachstumsanalysen thematisiert.
Wir freuen uns, dass Jan-Egbert Sturm das Eröffnungsreferat halten wird. Für die Keynote über Mittag konnten wir Carl Christian von Weizsäcker gewinnen.
Wir laden Sie herzlich ein zu diesem Anlass mit Experten aus Wissenschaft, Politik und Wirtschaft.
Anmeldung und weitere Informationen: Anmeldeformular Lukas Steinmann, Avenir Suisse Tel.: 0041 (0)1 445 90 15 Fax: 0041 (0)1 445 90 01
Ort: 4. März 2005, 9–18 Uhr, Technopark, 8005 Zürich
Programm: Krankheitsbild «Wachstumsschwäche»: Differenzen in Diagnose und Therapie
Einführungsreferat: Jan-Egbert Sturm (Universität Konstanz) Methodische Fragen zur Wachstumsanalyse
1. Daten und Wohlstandsindikatoren Was ist das geeignete Mass, die geeignete Kennzahl (a) des Wohlstandes und (b) des Wirtschaftswachstums (BIP/Kopf vs. Command-BIP/Kopf)? Welche Probleme ergeben sich bei internationalen Vergleichen aufgrund der unterschiedlichen Datenerhebung oder durch die Wahl der Wechselkurse (Stichworte ESVG und PPP)?
Referenten Frank Bodmer (Universität Basel) Ulrich Kohli (Schweizerische Nationalbank)
2. Wachstumsanalyse Quantitative Analyse/empirische Hypothesentests: Welche Rolle kommt der Wahl der Methode und der Modelle zu? Mit welchen Time Lags stehen Ursache und Wirkung in einem Zusammenhang?
Referenten Marc Surchat (seco) Lars P. Feld (Universität Marburg)
Mittagessen Keynote Speaker: Carl Christian von Weizsäcker
INTERPRETATION VON WACHSTUMSANALYSEN
3. Wirtschaftspolitische Interpretation der quantitativen Wachstumsanalyse Welche Rolle spielen Staats- und Fiskalquoten für das Wirtschaftswachstum (hohe Wachstums-raten trotz hohen Staatsquoten in Skandinavien)? Welche Rolle kommt der Geldpolitik zu (Stichwort «Lusser-Effekt»)?
Referenten Serge Gaillard (SGB) Aymo Brunetti (seco)
4. Institutionen Welche Rolle spielen direkte Demokratie und Föderalismus für das Wirtschaftswachstum? Fördern oder senken sie Staats- und Fiskalquoten? Führen sie zu mehr Effizienz?
Referenten Silvio Borner (Universität Basel) Gebhard Kirchgässner (Universität St. Gallen)
SCHLUSSDISKUSSION
Kostenbeitrag: 150.– Fr. |